Ich versuche meinen Frieden im Schreiben von Kurzgeschichten zu finden. Meist aus dem Bereich Anti-Pop und je nach Stimmung unterschiedlich. Die Geschichten können aber müssen keine autobiographischen Elemente enthalten. Ich werde diesbezüglich auch keine Fragen beantworten. Ansonsten sind Kommentare und Kritik sehr willkommen.
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Panikattacke
Ich liege auf dem Boden. Die Welt um mich hat an Schärfe verloren und ist nur noch als verschwommene Kontur wahrnehmbar. Jedes Geräusch dringt nur dumpf an mein Ohr. »Haste 5 Mark gefunden?« höre ich jemanden wie durch eine Nebelwand zu mir sprechen. Gelächter. Nie hat jemand Geld gefunden wenn er hilflos auf dem Boden lag und selbst wenn es so wäre, es wäre Ihm egal. So wie den Menschen egal ist das ich hier liege.
Faszinierend das die Welt aus dieser Perspektive genauso aussieht wie Sie sich für mich anfühlt: Groß, schnell und erdrückend. Die Farben wirken intensiv, fast wie in einem Bilderbuch, nur mit grausameren Motiven. Ich fühle mich nicht Herr meiner Sinne, fühle mich als ob mein Geist den Körper verlassen hat und alles nüchtern von aussen betrachtet. Eine Situation die mein Körper nicht so nüchtern auffasst und mit Schwindel, Übelkeit und Todesangst reagiert. Es muss immer ein Gleichgewicht bestehen.
Ich kann nicht sagen wie lange ich schon hier liege. Eine Minute, eine Stunde, einen Tag. Jegliches Zeitgefühl scheint sich sich in den dunkelsten Ecken meiner Seele zu verstecken. »Steh auf!« sagt die Vernunft, »Bleib liegen und kümmere dich nicht um das körperliche« sagt mein Gefühl. Ich habe kalten Schweiß auf meiner Stirn und fühle mich dennoch wie in Watte gepackt. Als das zum ersten Mal vorkam dachte ich an einen Hirntumor, irgendeine neurologische Erkrankung. Ich hatte Angst zu sterben. Mir wurde Blut abgenommen, ich wurde auf alles getestet doch die Ergebnisse waren alle positiv. Mein Blut zu sehen war surreal, es zeigte mir das ich noch lebe und mein Herz schlug so stark als wollte es sagen »Hier bin ich! Ich komme zwar ab und zu etwas aus dem Takt, aber sonst geht es mir gut!«. Meine Gedanken kreisten um die merkwürdigsten Gedanken. Es könnte eine bisher unbekannte Krankheit sein, vielleicht stecke ich die Menschen in meiner Umgebung an. Vielleicht bin ich Patient 0. Derjenige der für den Tod der Menschheit verantwortlich sein wird. Das es alles eine psychologische Erklärung gibt, auf den Gedanken kam ich nicht.
Es wird immer dunkler. Ich kann nicht einschätzen ob es Nacht wird oder meine Augen den Fokus verlieren. Das Wesentliche aus den Augen verlieren, damit habe ich Erfahrung. Und die Welt sieht es nicht. Man sieht mir nicht an das ich krank bin. Man sieht nicht das ich große Qualen leide wenn man mich anspricht, von mir möchte das ich einen Ort aufsuche der mir unbekannt ist oder an den ich schlechte Erinnerungen habe. Die Leute sehen nicht das ich desillusioniert auf dem Boden liege. Denn in Ihren Augen stehe ich vor Ihnen und bin normal.
Ich kenne einige Twitter-User schon persönlich, die meisten Reallife-Kontakte sind allerdings durch Leute zu Stande gekommen die ich schon vorher kannte. Das soziale Netzwerk war dabei eher so ne Nebensache. Ein Gimmick.

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